Jugendliche pflegen heute viele online Freundschaften, suchen Orientierung und setzen sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinander. Gleichzeitig begegnen sie Inhalten, die verunsichern, unter Druck setzen oder problematische Verhaltensweisen fördern können. Für mich folgt daraus ein klarer Auftrag: Die Offene Jugendarbeit muss auch in diesen Räumen präsent und ansprechbar sein. Unsere Verantwortung für die Lebenswelten junger Menschen umfasst selbstverständlich ihren digitalen Alltag.
Eigene Influencer:innen mit sozialarbeiterischer Haltung
Positive Influencing knüpft an eine zentrale Stärke der Offenen Jugendarbeit an: vertrauensvolle Beziehungen. Unsere Mitarbeitenden kennen die Fragen und Lebensrealitäten Jugendlicher aus der täglichen Arbeit. Dieses Wissen und diese Nähe bringen wir in unsere Kommunikation auf TikTok und Instagram ein.
Dafür konnten wir ein junges Zweierteam aufbauen: Samrawit Spuhler kennt als Sozialpädagogin die Lebenswelten von Jugendlichen bestens und bringt deren Fragen und Perspektiven ein. Social-Media-Experte Timon Ingold weiss, wie ein Kurzvideo gestaltet sein muss, damit es bei der jungen Zielgruppe ankommt. Wir sind sehr froh, die beiden im Team zu haben und das Angebot mit ihren unterschiedlichen Stärken weiterzuentwickeln.
Gemeinsam übersetzen sie fachliche Themen in verständliche und ansprechende Videos. Diese sollen neugierig machen, unterhalten und zum Nachdenken anregen. Sie greifen Fragen aus dem Alltag auf, ordnen Trends ein und sprechen über Risiken wie Cybermobbing oder gefährliche Challenges. Unser Ziel ist, Jugendliche in ihrer Urteilsfähigkeit zu stärken und ihre Perspektiven ernst zu nehmen.
Mit diesem Ansatz gehen wir schweizweit neue Wege: Wir verbinden sozialarbeiterische Beziehungsarbeit mit professioneller Social-Media-Kommunikation. Zum Angebot gehört deshalb auch der Austausch. Im Community Management beantworten wir Fragen, nehmen Rückmeldungen auf und erfahren, welche Themen Jugendliche beschäftigen. Daraus können neue Inhalte, persönliche Gespräche oder Hinweise auf passende Beratungsangebote entstehen.
Prävention ist eine gemeinsame Verantwortung
Prävention auf Social Media ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Eltern, Schulen, Polizei und Offene Jugendarbeit bringen unterschiedliche Zugänge und Kompetenzen mit. Diese Aufgabe kann nur im Verbund gelöst werden. Dafür braucht es Austausch, abgestimmtes Handeln und ein Verständnis für den jeweiligen Beitrag der Beteiligten.
Die besondere Stärke der Offenen Jugendarbeit liegt in ihrer freiwilligen und niederschwelligen Arbeitsweise. Das Vertrauen aus dem Jugendzentrum ist eine wichtige Grundlage, damit Jugendliche auch mit digitalen Fragen und Unsicherheiten auf uns zukommen.
Damit dieses Pionierangebot verlässlich funktioniert, braucht es fachliche Begleitung und organisatorische Verbindlichkeit. Trends müssen beobachtet, Inhalte sorgfältig eingeordnet und Rückmeldungen aufgenommen werden. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, gemeinsam mit Jugendlichen zu lernen und unsere Formate weiterzuentwickeln.
Mein Anspruch ist, dass Jugendliche in ihrem Feed auf Menschen treffen, die ihre Lebenswelt verstehen, Orientierung anbieten und erreichbar bleiben. Mit Positive Influencing übernehmen wir unseren Teil dieser gemeinsamen Verantwortung.
Telebasel · punkt6
Positive Influencing im Fernsehen
Der Fernsehbeitrag vom gibt einen Einblick in unser Pionierangebot. Hier gelangst du direkt zum Bericht über Positive Influencing.
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