Die Dreirosenanlage war über längere Zeit Gegenstand einer intensiven öffentlichen Sicherheitsdebatte. Gewaltvorfälle, Drogenhandel, Polizeipräsenz und Videoüberwachung standen dabei im Zentrum. Diese Themen müssen ernst genommen werden. Die Diskussion bleibt jedoch unvollständig, wenn hauptsächlich über Jugendliche gesprochen wird, ohne ihre Perspektiven einzubeziehen.
Genau an diesem Punkt setzte mein Dokumentarfilm «Gewalt auf der Dreirosenanlage» an. Seine Premiere fand vor 80 geladenen Gästen im Stadtkino Basel statt. Bundesrat Beat Jans und der damalige Grossratspräsident Claudio Miozzari eröffneten den Abend mit je einer Ansprache. Anschliessend wurde der rund 20-minütige Film erstmals öffentlich gezeigt.
Im Zentrum des Films stehen fünf junge Menschen, die die Dreirosenanlage regelmässig nutzen. Sie schildern, was dieser öffentliche Raum für sie bedeutet, wie sie die Situation erleben und welche Veränderungen sie wahrnehmen.
Sicherheit braucht unterschiedliche Perspektiven
Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierten Theres Wernli vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel, Patrik Kaspar von der Mobilen Jugendarbeit Basel und ich über die Sicherheitslage, die Bedeutung des öffentlichen Raums und mögliche Lösungsansätze. Moderiert wurde das Gespräch von Tamina Graber.
Dabei wurde deutlich: Polizeiliche und ordnungspolitische Massnahmen können notwendig sein. Nachhaltige Sicherheit entsteht aber nicht allein durch Kontrollen und Überwachung. Ebenso wichtig sind verlässliche Beziehungen, eine sichtbare Jugendarbeit, attraktive öffentliche Räume und eine Kommunikation, welche die betroffenen Menschen tatsächlich erreicht.
Im Rahmen meiner Gespräche zeigte sich beispielsweise, dass nicht alle Jugendlichen über die installierten Überwachungskameras informiert waren. Beschlossene Massnahmen entfalten jedoch nur dann ihre volle Wirkung, wenn sie verständlich erklärt und über geeignete Kanäle vermittelt werden. Dazu gehören heute auch soziale Medien.
Jugendliche als Teil der Lösung
Jugendliche sind nicht nur Nutzerinnen und Nutzer eines öffentlichen Raums – und schon gar nicht pauschal eine Problemgruppe. Sie kennen die Dynamiken vor Ort, nehmen Veränderungen früh wahr und können wertvolle Hinweise für tragfähige Lösungen geben.
Die Offene Jugendarbeit übernimmt dabei eine wichtige Brückenfunktion: Sie hört zu, vermittelt zwischen unterschiedlichen Interessen und schafft Vertrauen. Eine wirksame Sicherheitspolitik sollte deshalb klare Grenzen und Schutz gewährleisten und diese gleichzeitig mit Prävention, Beteiligung und Beziehungsarbeit verbinden.
Telebasel griff die Debatte rund um den Dokumentarfilm und die Perspektiven der Jugendlichen in einem Fernsehbeitrag auf.
Telebasel · punkt6
Jugendliche über die Dreirosenanlage
Der Fernsehbeitrag vom 25. Oktober 2024 greift die Sicherheitsdebatte, den Dokumentarfilm und die Perspektiven der Jugendlichen auf.
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